Was ist Karies?
Karies ist die Demineralisierung eines Zahns durch Säure, die entweder aus unserer Nahrung stammt oder von Bakterien im Mund produziert wird. Diese Bakterien verarbeiten Zucker und stärkehaltige Lebensmittel und setzen dabei Säure frei, die den Zahn nach und nach abbaut – bis nichts mehr übrig bleibt.
Verlauf der Karies:
- Anfangsphase: In der frühen Phase der Karies ist nur der Zahnschmelz betroffen. Dies bleibt schmerzlos und ist reversibel, solange die Säure und die Bakterien kontrolliert werden. In diesem Stadium kann die Demineralisierung gestoppt und der Zahnschmelz durch Remineralisierung wieder gestärkt werden.
- Fortgeschrittene Karies: Dringt die Karies in das darunterliegende Dentin ein, schreitet sie schneller voran. In diesem Stadium kann sie nicht mehr gestoppt werden und der Zahnarzt muss eine Füllung machen.
- Schmerzhaftes Stadium: Je näher die Karies an den Zahnnerv gelangt, desto schmerzhafter wird sie. Ist der Nerv betroffen, ist eine Wurzelbehandlung erforderlich. In seltenen Fällen kann sich die Zahnkrone vollständig auflösen, ohne dass der Patient Schmerzen bemerkt, doch normalerweise führt eine Nervbeteiligung zu starken Schmerzen.
Wie entsteht Karies?
Nach dem Essen oder Trinken verändert sich der pH-Wert des Speichels und wird für kurze Zeit sauer. In dieser Phase werden Mineralien aus dem Zahnschmelz herausgelöst (Demineralisierung). Der Speichel benötigt etwa eine halbe Stunde, um den pH-Wert zu neutralisieren und die Mineralien zurück in den Zahnschmelz einzulagern (Remineralisierung).
Rolle des Speichels:
- Mineralstofflieferant: Speichel enthält Mineralien, die die Säure neutralisieren und den Zahnschmelz remineralisieren.
- Abwehrstoff: Speichel enthält Stoffe, die Bakterien bekämpfen und so den Zahn schützen.
- Neutralisation: Nach einem „Säureangriff“ benötigt der Speichel ca. 30 Minuten, um wieder neutral zu werden.
Einfluss der Bakterien:
- Stoffwechselprodukte der Bakterien: Bakterien im Mund verarbeiten Zucker und Stärke und produzieren Säure. Je mehr Bakterien sich an einer Stelle ansammeln, desto höher ist die Säurekonzentration an diesem Ort.
- Säuremilieu: Wenn Zähne zu lange in einer sauren Umgebung „baden“, werden mehr Mineralien entzogen, als durch Remineralisierung zurückgeführt werden können.
Risikofaktoren für Karies:
- Ansammlung von Bakterien: Besonders in Zahnzwischenräumen oder entlang des Zahnfleischrands, wo die Reinigung oft unzureichend ist.
- Zu kurze Pausen zwischen Mahlzeiten: Der Speichel hat nicht genug Zeit, sich zu neutralisieren und den Zahnschmelz zu remineralisieren.
- Ernährung: Häufiger Konsum von zucker- und stärkehaltigen Lebensmitteln.
- Mundtrockenheit: Ein trockener Mund begünstigt die Vermehrung von Bakterien und führt zu einer erhöhten Säurekonzentration. Ursachen für Mundtrockenheit sind:
- Mundatmung
- Einfluss von Medikamenten
- Zu wenig Wasser trinken
- Stress
Früherkennung und Prävention
Früherkennung von Karies:
- Zahnreinigung und Kontrolle: Regelmässige Zahnreinigung hilft, Karies in einem frühen Stadium zu entdecken und verhindert die Ausbreitung auf benachbarte Zähne.
- Röntgenuntersuchung: Zahnärzte machen in der Regel alle 2 Jahre Röntgenbilder, um Karies frühzeitig zu erkennen.
- Untersuchung mit Sonde: Bei jeder Zahnreinigung wird zusätzlich mit einer Sonde nach Karies gesucht, besonders bei Schmelzdefekten, die auf Röntgenbildern sichtbar sind.
- Transilluminations-Technologie: Eine strahlenfreie Alternative zur Röntgendiagnostik, bei der der Zahn durchleuchtet wird, um Defekte sichtbar zu machen. Besonders vorteilhaft bei Schwangeren und kleinen Kindern.
Warum gibt es keine „schlechten Zähne“?
Karies ist kein genetisches Schicksal, sondern meist ein Verhaltensproblem und/oder ein Hygieneproblem. In der Dentalhygiene-Praxis wird das Problem analysiert, und Gewohnheiten sowie die Ernährung können angepasst werden. Mit gezielter Prophylaxe und modernen Zahnpflegeprodukten kann Karies effektiv vorgebeugt werden.
Effektive Kariesprophylaxe
1. Fluoride:
- Was ist Fluorid? Ein Mineral, das in der Natur vorkommt und eine antibakterielle Wirkung besitzt. Fluorid hemmt den Stoffwechsel der Bakterien und schützt so den Zahnschmelz.
- Wirkung:
- Härtet den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe.
- Unterstützt die Remineralisierung des Zahnschmelzes durch Kalzium- und Phosphat-Ionen aus dem Speichel.
- Anwendung: In den meisten Zahnpasten enthalten. Je nach Alter in unterschiedlichen Konzentrationen:
- 0-6 Jahre: Niedrige Konzentration für die Sicherheit.
- 6-12 Jahre: Angepasste Konzentration für Kinder.
- Ab 12 Jahre: Höhere Konzentration für optimalen Schutz.
2. Hydroxylapatit (HAP):
- Was ist HAP? Ein mineralisches Material, das natürlicherweise in Knochen und Zähnen vorkommt. Es besteht aus kristallinem Kalziumphosphat und ist Hauptbestandteil des Zahnschmelzes und Dentins.
- Vorteile:
- Biokompatibilität: HAP wird vom Körper gut angenommen.
- Remineralisierung: Es wirkt remineralisierend ähnlich wie Fluorid.
- Unbedenklich beim Verschlucken: HAP hat keine Mengenbegrenzung wie Fluorid und ist besonders für Kinder geeignet.
- Anwendung: Als effektive Alternative zu fluoridhaltigen Zahnpasten.
3. Tooth Mousse:
- Was ist Tooth Mousse? Eine Remineralisierungscreme aus Kasein (Milchprotein) sowie Kalzium und Phosphat – zwei essenzielle Mineralien für die Zahngesundheit.
- Funktion:
- Remineralisation: Stellt das Mineraliengleichgewicht im Mund wieder her.
- Linderung von Zahnempfindlichkeit
- Neutralisation von Säuren aus Zahnbelägen
- Schutz vor Säureangriffen und Karies
- Milderung von White Spots
- Anwendung:
- Auftragen auf die Zähne und 3-5 Minuten belassen. Ideal ist es, das Mousse über Nacht einwirken zu lassen.
- Nicht ausspülen, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
- Geeignet für:
- Kinder mit ersten Zähnen: Unbedenklich beim Verschlucken, da auf Milchproteinbasis.
- Personen mit empfindlichen Zähnen, Zahnerosion oder Reflux
- Nach Zahnaufhellungen oder intensiver Zahnreinigung zur Vorbeugung von Hypersensibilität.
Fazit: Der richtige Umgang mit Karies
Karies ist keine unvermeidliche Erkrankung, sondern ein Resultat von Ernährung und Hygiene. Mit regelmässiger Vorsorge, einer angepassten Zahnpflege und dem richtigen Wissen über die Entstehung von Karies kann man dieser effektiv vorbeugen. Dank moderner Technologien wie Transillumination und innovativer Produkte wie Hydroxylapatit und Tooth Mousse stehen heute wirkungsvolle Alternativen zur Verfügung, um Karies zu bekämpfen und die Zahngesundheit zu erhalten.
Schützen Sie Ihre Zähne – durch Wissen, Prävention und eine effektive Zahnpflege!